mama's body is a mountain

in Zusammenarbeit mit Antje Prust

szenische Lesung / / 0`30 / / Alte Krone / / Biel / / 2014

„Wie befohlen betäube ich die Stelle, warte ein paar Minuten und setze dann das Messer zum Schnitt an. Sie ist abwesend. Reagiert nicht auf die Berührung mit dem Messer. Zweimal spreche ich sie an. `Frau, ich schneide jetzt! Frau!´ Keine Reaktion. Ich schneide und schneide und schneide. Erst vorsichtig drumherum. Dann etwas tiefer.“  Auszug aus: mama's body is a mountain

Anatomische Abbildungen und Beschreibungen objektivieren und fiktionalisieren unsere Körper gleichermaßen: In der Beschäftigung mit ihnen stellt sich ein Fremdheitsgefühl ein, da unsere subjektiven und oft diffusen Empfindungen von den klar umrissenen und systematisierten Darstellungen unseres Körpers abweichen.

Der Text und die szenische Lesung mama’s body is a mountain macht sich diese Widersprüchlichkeit zwischen Darstellung und Empfindung zunutze und überschreibt den menschlichen Körper mit anatomic fictions, die als phantastisch-andere Ideen jenseits vermeintlicher Realitäten aufgespürt, behauptet und bewiesen werden: Was wäre, wenn Hautmale immer weiter wüchsen, weil ihre Zellen aus Gesteinsplatten bestehen, die sich im Zu- und Auseinanderdriften wie Gebirge auffalteten? Oder der Körper ein Schrank mit chaotischem Inhalt wäre, der immer wieder neu geordnet werden müsste?